Septemver 2025
"Chronos", Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm, 2021
Chronos zeigt eine von Menschen gebaute urbane Welt des Anthropozän. Auf der linken unteren Seite des Bildes befindet sich ein unbekanntes Objekt, in dem ein Mensch steht. Derartige Maschinen, die ein beliebiges Vor- und Zurückbewegen in der Zeit erlauben, sind heute noch Fiktionen.
Zeitmaschinen sind häufig auch Ausgangspunkt für Geschichten von Alternativwelten. Der Zeitreisende ändert die Vergangenheit, die Geschichte entwickelt sich anders als überliefert. Es entsteht eine parallele Geschichte.
Arbeit, Alltag, Rituale, Industriemuseum Herrenwyk, 15.3. – 14.9.2025
Der Druckstock ist eine Milchtüte bzw. ein Plexiglas aus einem Bürozubehör von heute, dessen tiefschwarze Linien und raue Texturen die Schwere der Arbeit förmlich spürbar machen, dient als bewusstes Mittel, um die „Schwärze“ der körperlichen Belastung und die unsichtbaren Narben dieser Arbeit zu visualisieren. Die „Drecksarbeit“, die mit Hitze, Schmutz und körperlicher Erschöpfung einhergeht, findet so ihren Ausdruck in jedem gestochenen Strich auf Milchtüten sowie Plexiglasdruckstöcken.
Das Medium der Milchtüte ist eine bewusste Wahl und thematisiert die einst knappen Milchrationen, die den Arbeitern zur Verfügung standen. Die Plexiglasdruckstöcke sind Schubladen von Ordnungssystemen aus Büros von heute, die für meine künstlerisches Projekt zum Symbol der Arbeit von heute dient.
Die Rationierung spiegelt die generelle Vernachlässigung von Menschen wider, die unter schweren Bedingungen arbeiten. Heute, wie damals, sehen wir Parallelen in der Behandlung von Arbeiter*innen, die unter prekären Bedingungen ihre Körper opfern, um das Rückgrat der Industrien zu bilden.
Durch die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart möchte ich die Betrachter*innen auf die Kontinuität der Ungerechtigkeiten aufmerksam machen und gleichzeitig den stillen Helden dieser Arbeit den Raum geben, den sie verdienen.
In der Ausstellung werde ich eine Druck-Serie gemischt aus Druckstöcken von Milchtüten und Prexiglaselementen, ca. DinA 4 Menschen aus d er Zeit zeigen, dazu kann man sich Zeitzeugen anhören, die über ihr Alltagsleben interviewt werden. Die Drucke sollen an der Rezeption zum Verkauf zur Verfügung stehen.
„stille Ration“, Serie, Druckplatten auf Milchtüten & Plexiglas für Kaltnadelradierung, 2024
Die Arbeiter lebten unter schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Es gab unter anderem eine eingeschränkte Milchration für Arbeiter im Hochofenwerk Herrenwyk während des Betriebs des Werks. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Milch galt damals als nahrhaftes Lebensmittel, welches die nötige Energie liefern sollte. Doch gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen war die Verfügbarkeit von Grundnahrungsmitteln wie z. B. Milch eingeschränkt.
In meiner Arbeit zeige ich Motive auf Druckstöcken die oft übersehene Härte und Würde der Arbeiter in den Mittelpunkt stellen – sowohl damals im Hochofenwerk Herrenwyk als auch heute in modernen Industrien. Motive werden die harte Körperliche Arbeit wie das Schaufeln und Transportieren von Materialien, das Schweißen und Gießen, ausgesetzt unter enormer Hitze, welches an der Tagesordnung war. Aber auch die Frauen, wie sie die Gartenarbeit oder in Küchen die Arbeit geleistet haben. Manchmal sind Portraits, manchmal mehrere Arbeiter auf einem Motiv zu sehen.
